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Adobes RIA Technologie der neuesten Generation

Jetzt – nachdem die ersten Updates und Fixes erschienen sind, wird es Zeit, sich einmal den neuesten Technologie- und Tool-Stack für Rich Internet Applications von Adobe anzusehen. Zunächst einmal ist die Masse an Produkten und Runtimes beeindruckend – im einzelnen wären zu nennen:

  • Flex SDK 4.1
  • Flash Player 10.1
  • Air 2.0
  • Flash Professional CS 5
  • Flash Builder 4.01
  • Flash Catalyst CS 5
  • Die üblichen Verdächtigen zur Erstellung von grafischen Assets und Entwürfen in der neuesten Iteration CS 5 wie Photoshop, Illustrator, Fireworks etc.

Als Grundlage für alle RIAs bei Adobe gilt der Flash Player, der in seiner neuesten Version Performancegewinne, erweiterte Unterstützung für 3D und massenhaft Features für mobile Endgeräte hinzugewonnen hat. Air 2.0 setzt auf den aktuellen Flashplayer auf und ermöglicht es, Anwendungen zu schreiben, die noch enger mit dem Betriebssystem verbunden sind als zuvor durch eine bessere Integration in das Wirtssystem.

Flex 4 bringt ein völlig neues Komponentenmodell ins Spiel und ungeahnte Möglichkeiten der (deklarativen) Gestaltung von Komponenten – es handelt sich wirklich um ein Major-Release.

Flash Professional erleichtert neben vielen anderen Neuigkeiten das Erstellen von komplexen Animationen. Flash Builder unterstützt jetzt Flex 4 und Air 2 und bietet einigen Komfort an Codegenerierung. Flash Catalyst als Anwendung mit einer hybriden Ausrichtung erlaubt es anhand von Photoshop- oder Illustratordateien interaktive Flexanwendungen zuerstellen. Auf der einen Seite bekommen so klassische Designer die Möglichkeit, sich an Interaktionen heran zu arbeiten auf der anderen Seite, kann der Quelltext der so erzeugten Anwendung exportiert und beispielsweise von Entwicklern dann im Flash Builder weiterbearbeitet werden. Schneller kommt man nicht von gestalteten Wire-Frame zum interaktiven Prototypen.

Die kreativen Tools haben alle die üblichen Featureneuerungen und Erweiterungen erfahren, wie man sie von Software in dem Preissegment erwartet. Sie fallen jedoch aus dieser Betrachtung heraus, da sie aus der Perspektive der RIA-Entwicklung lediglich Tools zur Erstellung von Entwürfen und zum Zuliefern grafischer Assets sind.

Die Bewertung der RIA-Tools und Technologien hat unterschiedlich zu erfolgen. Air 2, Flash CS 5, Flash Builder und auch der Flash Player sind als sinnvolle Weiterentwicklung zu sehen. Nichts wirklich Innovatives, einfach Pflege und Evolution des Bestands.

Flex 4 bringt mit dem neuen Komponentenmodell und dem damit verbunden weitgehenden Rewrite des Frameworks einiges an Innovation mit. RIAs werden in Zukunft einen noch bleibenderen Eindruck bei den Benutzern machen, weil den Entwicklern neue Gestaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten an die Hand gegeben werden.

Das neue Produkt Flash Catalyst ist nicht nur eine Neuerung sondern eine echte Innovation. Es kann ein Schlüsselprodukt zwischen Kreation und Entwicklung werden, weil zum einen die Kreation quasi visuell einfache “Programmierungen” vornimmt und zum anderen die Entwicklung lauffähigen Code und optimierte Assets von der Kreation erhält. Wenn sich Catalyst durchsetzt kann es die Entwicklung on RIAs deutlich beschleunigen und sogar helfen, die weit verbreiteten Grabenkämpfe zu überwinden.

Insgesamt ist die neue Generation ein sehr brauchbares Set für die Entwicklung anspruchsvoller RIAs. Die Aufnahme von Flash Catalyst durch die User wird spannend. Flex 4 macht den nächsten wichtigen Schritt, um weiterhin an der Spitze des RIA-Wettbewerbs stehen zu können. Der Rest ist Evolution statt Revolution, wenn auch nicht immer wirklich in großen Schritten. So wünscht man sich für den Flash Builder einfach mehr Unterstützung für die Entwicklung/Quellcode Bearbeitung – da sind unabhängige Lösungen wie FDT von den Powerflashern viel weiter.

RIA Technologie Nachfrage

Ein wichtiger Indikator bei der Feststellung, welche RIA Technologie populär und gefragt ist, stellen Stellenausschreibungen dar.

Für den deutschsprachigen Raum, lassen sich mangels Masse leider keine verlässlichen Daten erheben, aber die Kollegen von Inside RIA haben anhand zweier amerikanischer Job-Plattformen eine Übersicht entwickelt, die Adobe Flex, MS Silverlight, Google Web Toolkit (GWT) und JavaFX vergleicht.

Auffällig ist, dass JavaFX kaum eine Rolle spielt bei den Stellenofferten. GWT Stellen sind halb so oft angeboten wie Adobe Flex Offerten. Und die Überraschung ist, dass es für MS Silverlight mittlerweile am meisten Job Offerten gibt. Im weiteren ist zu beobachten, dass aktuell und im Forecast die Lücke zwischen Silverlight und Flex Offerten immer größer wird und zwar zugunsten von Microsoft Silverlight.

Die Daten sind mit der üblichen Vorsicht zu genießen, bestätigen aber zumindest, dass die Auseinandersetzung um die beste RIA Technologie zwischen Adobe und Microsoft ausgefochten werden. Ob der sich abzeichnende Trend pro Silverlight bewahrheitet bleibt abzuwarten – auch angesichts der relativ geringen Verbreitung der Runtime.

RIAs auf neuen Gerätetypen

Gegenwärtig laufen Rich Internet Applications auf Basis der Adobe Flashtechnologie vorwiegend auf Computern, wenn auch dort plattformübergreifend. Andere Abspielplattformen gibt es so gut wie nicht, außer einigen mobilen Endgeräten mit einem entsprechenden Flashplayer (Lite).

Um diesen Zustand zu ändern hat Adobe mit einigen namhaften Partnern das Open Screen Project gegründet. Ziel des OSP ist, die Verbreitung der Flashtechnologie auf nicht Computern zu erhöhen. Die Verbreitung auf mehr mobilen Endgeräten soll genauso gefördert werden, wie auf Geräten der Unterhaltungselektronik (etwa Settop-Boxen etc.).

Um das Ziel zu erreichen, werden ab der nächsten Player-Generation für Endgeräte, die die Flashtechnologie einsetzen keine Lizenzgebühren mehr fällig, wenn sie den Flashplayer aber auch das neue Adobe Air unterstützen.

Auch werden Schnittstellen, APIs und Protokolle veröffentlicht, die es ermöglichen, alternative Player für die Flashtechnologie zu entwickeln.

Damit dürfte eine deutliche weiter gefasste Verbreitung für interaktive Rich Internet Applications möglich sein, als alleine mit der Computer-Plattform. Wenn man sich die Liste der Partner betrachtet (ARM, Chunghwa Telecom, Cisco, Intel, LG Electronics Inc., Marvell, Motorola, Nokia, NTT DoCoMo, Qualcomm, Samsung Electronics Co., Sony Ericsson, Toshiba und Verizon Wireless) kann man ahnen auf welcher Vielfalt von Endgeräten wir bald auf neuartige Anwendungen stoßen können.

Photoshop Express als Flex-RIA

Heute hat Adobe das seit einem Jahr angekündigte Photoshop Express als Beta der Öffentlichkeit übergeben. Die Nutzung ist kostenfrei, lediglich eine Registrierung ist erforderlich um in den Genuss von 2 GB Speicher und der Fähigkeit, online Bilder zu bearbeiten, zu gelangen.

Die Möglichkeiten der Bildbearbeitung entsprechen natürlich nicht denen eines Photoshop Elements oder gar eines Photoshop CS 3. Vom User Interface erinnert die Anwendung an Photoshop Elements, allerdings sind nur die allernötigsten Bearbeitungsfunktionen vorhanden.

Auch wenn Photoshop Express gegenüber anderen online Bildbearbeitungen außer einem intuitiveren GUI nichts Wesentliches hinzufügt, ist es ein gelungenes Beispiel für eine komplexe und nutzerfreundliche Rich Internet Application. Dass Adobe dabei auf das hauseigene Flex setzt ist keinesfalls verwunderlich.

RIA-Technologie: Flex

Kurzvorstellung

Mit Flex steht sozusagen die Technologie auf dem Prüfstand, die den Begriff Rich Internet Application prägte. Von den verfügbaren Technologien hat Flex bereis eine längere Geschichte, die sich in der aktuellen Versionsnummer 3 wiederspiegelt. Flex kommt von einer J2EE-Serveranwendung her, die für zehntausende von Euro zu erwerben war und ist mittlerweile OpenSource und folglich auch frei erhältlich.

Flex-Anwendungen werden mittels zweier Technologien entwickelt, dem deklarativen MXML (einer XML-Anwendung, die die Benutzeroberfläche beschreibt) und dem programmatischen ActionScript3 (einer objektorientieren Scriptsprache für die Anwendungslogik). Flex ist ein komponentenbasiertes Framework und liefert von Haus aus eine Fülle vom Komponenten mit – weitere lassen sich frei oder käuflich erwerben.
Flex-Anwendungen benötigen den Flashplayer 9 als Runtime und sind somit fast überall lauffähig. Den Flashplayer gibt es für alle Major-Plattformen.

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