Ein wichtiger Indikator bei der Feststellung, welche RIA Technologie populär und gefragt ist, stellen Stellenausschreibungen dar.
Für den deutschsprachigen Raum, lassen sich mangels Masse leider keine verlässlichen Daten erheben, aber die Kollegen von Inside RIA haben anhand zweier amerikanischer Job-Plattformen eine Übersicht entwickelt, die Adobe Flex, MS Silverlight, Google Web Toolkit (GWT) und JavaFX vergleicht.
Auffällig ist, dass JavaFX kaum eine Rolle spielt bei den Stellenofferten. GWT Stellen sind halb so oft angeboten wie Adobe Flex Offerten. Und die Überraschung ist, dass es für MS Silverlight mittlerweile am meisten Job Offerten gibt. Im weiteren ist zu beobachten, dass aktuell und im Forecast die Lücke zwischen Silverlight und Flex Offerten immer größer wird und zwar zugunsten von Microsoft Silverlight.
Die Daten sind mit der üblichen Vorsicht zu genießen, bestätigen aber zumindest, dass die Auseinandersetzung um die beste RIA Technologie zwischen Adobe und Microsoft ausgefochten werden. Ob der sich abzeichnende Trend pro Silverlight bewahrheitet bleibt abzuwarten – auch angesichts der relativ geringen Verbreitung der Runtime.
Der Kampf im RIA-Space ist entbrannt und alle drei maßgeblichen Mitbewerber versuchen ihre Position zu stärken und auszubauen. Sucht man aber nach Zahlen, welche Technologie welche Verbreitung gefunden hat, wird es leicht schwer. InfoQ hat nun einen Artikel veröffentlicht, der basierend auf Zahlen von RiaStats, einen Überblick in die Verbreitungszahlen erlaubt.
Der Flashplayer und damit Flex führt das Feld unangefochten ein mit einer Verbreitungsrate von 97%. Java und damit zum Teil JavaFX kommt auf einen Wert von 75% und Silverlight holt stetig auf und kommt nunmehr auf 21%. Was erstaunt ist die Tatsache, dass Java unter Linux gerade einmal auf 28% kommt. Obwohl es mittlerweile Open Source ist, wird es scheinbar noch nicht oft installiert. Da mögen die ersten Distributionen mit vorinstalliertem Java helfen. Dass Java unter Mac OS X auf einen Wert von mehr als 90% kommt ist nicht verwunderlich, eher die Tatsache, dass es keine 100% sind :o)
Auch bemerkenswert ist die Tatsache, dass Flash 10 mittlerweile weiter verbreitet ist als Flash 9. Adobe wirbt auch damit, dass sich Flash 10 in nur zwei Monaten auf 50% aller internetfähigen Rechner installiert hat. Hier sieht man deutlich, wie sich ein einfacher Installations- und Updatemechanismus in den Verbreitungszahlen niederschlägt. Man kann nahezu sicher, sein dass der Flashplayer 10 wenn er für Flex 4 benötigt wird, dann auf über 90% aller internetfähigen Rechner installiert sein wird. Eine traumhafte Voraussetzung für die nächste Version der populären RIA-Technologie.
Es wird spannend sein zu sehen, wie sich das Bundling von Windows 7 und Silverlight in den Installationszahlen niederschlagen wird. Hier kann für Microsoft die Chance sein, zu den führenden auszuschließen. Auf der anderen Seite liegt Adobe mit seiner Flashtechnologie so weit vorne, dass man tatsächlich sagen kann, dass Flash ubiquitär ist. Für den Moment bleibt Flex die erste Wahl unter den RIA Technologien.
Kurzvorstellung
Adobe Flash (vormals Macromedia), beziehungsweise das zugrunde liegende Dateiformat SWF, ist die am weitesten verbreitete Technologie für Rich Internet Applications. Mit Flash sind überzeugende Animationen und Interaktionen aller Art möglich. Durch das verwendete Vektorformat für Zeichnungen ist es Standard für vektorbasierte Grafiken im Web geworden und hat sich gegen standardisierte Mitbewerber wie SVG durchgesetzt.
Flash hat eine lange Geschichte und hat seine Ursprünge bei animierten Vektorgrafiken. Im Laufe der Zeit sind immer mehr Fähigkeiten hinzugekommen, eine komplexe Programmiersprache (ActionScript), eine Vielzahl von Möglichkeiten, um mit Server-Backends zu kommunizieren und herausragende Video- und Audiofähigkeiten. Auch wenn sich Flash weniger zur Anwendungsentwicklung eignet, sind damit überzeugende RIAs möglich.
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Heute hat Adobe das seit einem Jahr angekündigte Photoshop Express als Beta der Öffentlichkeit übergeben. Die Nutzung ist kostenfrei, lediglich eine Registrierung ist erforderlich um in den Genuss von 2 GB Speicher und der Fähigkeit, online Bilder zu bearbeiten, zu gelangen.
Die Möglichkeiten der Bildbearbeitung entsprechen natürlich nicht denen eines Photoshop Elements oder gar eines Photoshop CS 3. Vom User Interface erinnert die Anwendung an Photoshop Elements, allerdings sind nur die allernötigsten Bearbeitungsfunktionen vorhanden.
Auch wenn Photoshop Express gegenüber anderen online Bildbearbeitungen außer einem intuitiveren GUI nichts Wesentliches hinzufügt, ist es ein gelungenes Beispiel für eine komplexe und nutzerfreundliche Rich Internet Application. Dass Adobe dabei auf das hauseigene Flex setzt ist keinesfalls verwunderlich.
Kurzvorstellung
Mit Flex steht sozusagen die Technologie auf dem Prüfstand, die den Begriff Rich Internet Application prägte. Von den verfügbaren Technologien hat Flex bereis eine längere Geschichte, die sich in der aktuellen Versionsnummer 3 wiederspiegelt. Flex kommt von einer J2EE-Serveranwendung her, die für zehntausende von Euro zu erwerben war und ist mittlerweile OpenSource und folglich auch frei erhältlich.
Flex-Anwendungen werden mittels zweier Technologien entwickelt, dem deklarativen MXML (einer XML-Anwendung, die die Benutzeroberfläche beschreibt) und dem programmatischen ActionScript3 (einer objektorientieren Scriptsprache für die Anwendungslogik). Flex ist ein komponentenbasiertes Framework und liefert von Haus aus eine Fülle vom Komponenten mit – weitere lassen sich frei oder käuflich erwerben.
Flex-Anwendungen benötigen den Flashplayer 9 als Runtime und sind somit fast überall lauffähig. Den Flashplayer gibt es für alle Major-Plattformen.
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