Rich Internet Applications (oder abgekürzt RIAs) beschreiben den nächsten Typ von Internet- oder Browseranwendungen.
Das “rich” bezieht sich dabei auf die reichhaltigen Möglichkeiten hinsichtlich, Gestaltung und Benutzerschnittstelle der Anwendung. So sind Dinge wie Drag & Drop, Animationen, Berechnungen auf dem Client, Video- und Audioeinbindung und vieles andere mehr möglich. Sind klassische Web-Anwendungen durch eine begrenzte Zahl an Interkationskomponenten (Texteingabe, Buttons etc.) limitiert, ist bei RIAs prinzipiell jede Art von Interaktion möglich.
Ein weiterer Unterschied besteht im Verhalten der Webanwendung. In klassischen Webanwendungen erfolgt nach jedem Klick ein kompletter Ladevorgang und Seitenaufbau der Folgeseite. Diese Lade- und Seitenschema wird bei RIAs gebrochen, weil nur noch die Daten und nicht mehr die gestaltete Seite nach einer Interaktion übertragen werden müssen. Dies hinterlässt beim Benutzer das Gefühl eine normale Anwendung zu bedienen und nicht eine klassische Internet-Anwendung.
So werden RIAs zunehmend auch als Ersatz für Desktop-Anwendungen gesehen und verwendet. Diesen gegenüber haben sie auch Vorteile, etwa müssen sie nicht installiert werden und Updates geschehen vollständig im Hintergrund. Das einzige was nötig ist um sie zu benutzen ist ein internetfähiger PC und ggf. ein Plugin. Um das Problem “immer online sein zu müssen” zu lösen gibt es mittlerweile auch Lösungen wie Adobe Air, die es ermöglichen RIAs auch offline zu nutzen; beim nächsten Online-Gang werden die Daten dann mit dem Server synchronisiert.
Um RIAs zu entwickeln gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Technologien, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Einige benötigen ein Plugin, um zu funktionieren andere bieten dagegen eine geringere Reichhaltigkeit der Darstellungs- und Interaktionsmittel. Das Rennen um die dominante RIA-Technologie ist gerade erst eröffnet und die Mitbewerber wie Microsoft, Adobe oder Sun zählen zu den Schwergewichten der Industrie. Das liegt darin begründet, dass RIAs tatsächlich eine alternative Anwendungsform sind, die sowohl etablierten Web-Anwendungen als auch Desktop-Anwendungen erhebliche Marktanteile abnehmen können.
Das Gebiet der RIAs ist ein sehr lebendiges, weil es permanent Neuentwicklungen und Verbesserungen gibt.