RIAs und XML

Anlässlich des zehnten Geburtstags von XML, der sich diese Woche ereignet, einmal ein paar Gedanken zur Rolle von XML und Rich Internet Applications.

XML ist aus RIAs einfach nicht mehr wegzudenken und zwar in zweifacher Hinsicht.

Als Datenaustauschformat zwischen dem RIA-Client und dem Server-Backend erfüllt XML eine hervorragende Rolle. Jede RIA-Technologie bietet zumindest XML als Austauschformat an, wenn es nicht sogar bevorzugt wird. Als solches kann es einmal als direktes XML etwa via einer REST-API eingebunden werden oder als XML in Form einer SOAP-Anwendung. Von Ajax über Silverlight bis hin zu Flex, alle unterstützen XML und das aus gutem Grund. XML hat zwar nach den Nachteil, dass es ziemlich voluminös ist, das wird aber dadurch kompensiert, dass es wohl strukturiert ist und für Menschen wir Maschinen gleichermaßen leicht lesbar ist.

Eine weitere gewichtige Funktion, die XML in der RIA Welt erfüllt, ist dass es als User-Interface Language genutzt wird. Sowohl in Adobe Flex als auch in Microsoft Silverlight gibt es eine XML-Sprache, die es erlaubt, auf einfache Art und Weise Benutzeroberflächen deklarativ anzulegen. Dabei orientieren sich XAML (Silverlight) und MXML (Flex) an einer XML-Anwendung, die ursprünglich mal von der Mozilla Foundation entwickelt wurde: XUL (XML Userinterface Language). Beide XAML und MXML kompilieren aus dem XML jeweilige Klassen und können so schnell Userinterfaces zur Verfügung stellen. XML als deklarative Userinterface-Sprache ist vorwiegend eine deutliche Vereinfachung gegenüber einem programmatischen Stil, Oberflächen aufzubauen. Die Idee, XULs zur Oberflächenprogrammierung zu verwenden ist so bestechend, dass es etwa auch Ansätze in Java gibt, Swing oder SWT Oberflächen per XML zu erzeugen.

Wie man sieht ist XML zentraler Bestandteil der RIA-Welt, und das mit gutem Grunde. Es vereinheitlicht und vereinfacht Datenübertragung und Programmierung in hohem Maße und hat sich nicht umsonst zur Lingua Franca des Web entwickelt.

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