Es ist einer der Klassiker schlechthin im Bereich des Agentur-Geschäfts: Der Konflikt zwischen Kreation und Technik.
Die kreative Unit einer Agentur ersinnt die tollsten Konzepte für die Kunden und die Unit für die technische Umsetzung hat ihre Probleme mit der Umsetzung. Einer der Gründe für das belastete Verhältnis ist sicher der, dass die Technik um die Grenzen ihrer Machbarkeit weiß und die Kreation die ungebremste kreative Kraft ungezügelt auslebt.
Für RIAs wird dieses Thema nun in einer nochmals verschärften Form virulent. RIAs erfordern ein produktives Zusammenspiel von Kreation und Technik, wie noch nie in der Anwendungsentwicklung zuvor.
Der Grund hierfür liegt vor allem darin, dass RIAs Anwendungen sind, die so wie nie zuvor auf die Kreation angewiesen sind. Der primäre Grund liegt am “rich” der Rich Internet Applications. Nur gut gestaltete und leicht bedienbare Anwendungen entsprechen den Kriterien einer erfolgreichen RIA.
Klassische (Unternehmens-) Anwendungen erforderten kaum das Eingreifen der kreativen Abteilung, wenn es sie denn überhaupt gab. Die Entwickler machen sich Gedanken um die Anordnungen von Informationen und vertrauen auf das GUI Toolkit was die Präsentation angeht. Das ist etwa der Grund warum es etwa so viele Swinganwendungen gibt, die funktional gut sind, aber niemandem wirklich “gefallen” und alles andere als leicht bedienbar sind.
RIAs nun haben den Anspruch, dem Anwender eine User Experience zu vermitteln, die sich primär über eine gefällige und sachdienliche Gestaltung definiert sowie über leichte und intuitive Handhabbarkeit.
Hier ist nun das Zusammenspiel von Kreation und Technik gefragt. Die Anbieter von RIA-Technologien tragen diesem Zusammenspiel Rechnung, indem sie eine spezialisierte Toolchain für diese Anwendungen bereitstellen. Alle Majorplayer im RIA-Markt, seien es Adobe, Microsoft oder Sun entsprechen diesen Anforderungen durch spezialisierte Anwendungen.
Microsoft bietet mit seiner Expression Suite ein Toolset, was Silverlight Anwendungen ideal mit gestalterischen Assets versorgt. Sun bringt mit dem Project Nile spezielle Exportfilter für die gängigen Adobe Grafikprogramme auf den Markt, um JavaFX direkt von der Mächtigkeit der Creative Suite profitieren zu lassen. Und last but not least bietet Adobe mit einem optimierten Workflow von Creative Suite hin zu Flex, ein Optimum an Workflow-Integration zwischen Kreation und Technik. Adobe geht mit dem kommenden Flash Catalyst sogar noch einen Schritt weiter und will mit einer Anwendung, mit der im kreativen Prozess erstellte Grafiken mit Applikationslogik versehen werden können die Lücke zwischen kreativem Ausdruck und programmatischer Realisierung schließen.
Es ist interessant zu sehen, wie sie Technologieprovider die neuen Anforderungen durch eine Optimierung der Tools nachvollziehen oder sogar vorzeichnen. Die Workflow-Integration von Kreation hin zur Technik wird eines der Key-Features im Kampf um den RIA Markt sein, und die Protagonisten sind gut aufgestellt.
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