RIA-Technologie: Flex

Kurzvorstellung

Mit Flex steht sozusagen die Technologie auf dem Prüfstand, die den Begriff Rich Internet Application prägte. Von den verfügbaren Technologien hat Flex bereis eine längere Geschichte, die sich in der aktuellen Versionsnummer 3 wiederspiegelt. Flex kommt von einer J2EE-Serveranwendung her, die für zehntausende von Euro zu erwerben war und ist mittlerweile OpenSource und folglich auch frei erhältlich.

Flex-Anwendungen werden mittels zweier Technologien entwickelt, dem deklarativen MXML (einer XML-Anwendung, die die Benutzeroberfläche beschreibt) und dem programmatischen ActionScript3 (einer objektorientieren Scriptsprache für die Anwendungslogik). Flex ist ein komponentenbasiertes Framework und liefert von Haus aus eine Fülle vom Komponenten mit – weitere lassen sich frei oder käuflich erwerben.
Flex-Anwendungen benötigen den Flashplayer 9 als Runtime und sind somit fast überall lauffähig. Den Flashplayer gibt es für alle Major-Plattformen.

Vor- und Nachteile

Da Flex das Flashformat (SWF) als Ausgabeformat hat, kommt es in den Genuss aller Vorteile dieser Technologie, plus einige weitere:

  • Weitgehende Ubiquität des Plugin
  • Exzellente grafische Fähigkeiten und eine Vielfalt an Animationen
  • Hervorragende Multimediafähigkeiten (Video, Audio etc.)
  • Ausgereifte Tools für alle Ebenen des Workflow
  • Vielzahl freier und kommerzieller Komponenten
  • Exzellente Dokumentation und eine aktive Community
  • Verfügbarkeit einer Vielzahl von Anbindungen zu Backends

An Nachteilen kann man nennen, dass Flex

  • an ein Plugin zur Laufzeit gebunden ist
  • die Lernkurve relativ steil ist
  • das Flashformat in manchen Kreisen nicht den besten Ruf besitzt

Tool-Support

Für Flex gibt es den kommerziellen Flex-Builder, eine auf Eclipse basierende IDE, die einen visuellen Builder und einen großen Coding Komfort mitbringt. Es ist aber auch möglich Flex nur mit dem freien SDK und einem Editor seiner Wahl zu erstellen. Für erweiterte grafische Elemente steht mit Flash ein weiteres mächtiges Werkzeug zur Verfügung, dessen Objekte sich nahtlos in Flex einfügen lassen. Über Flash öffnet sich die Tool-Chain auch dem Workflow von der Grafik zur Entwicklung. Über Flash lassen sich alle möglichen Arbeiten aus der Adobe CS 3 in Flex integrieren. Mit dem in der Entwicklung befindlichen Thermo, steht bereits ein neues Produkt für den kreativen Workflow in den Startlöchern.

Beispiele

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Beispielen, die mit Flex entwickelt wurden. Eine gute Übersicht gibt Showcase von Flex.org oder die Beispiele auf den Adobe Seiten. Auch hier im Blog werden wir von Zeit zu Zeit einige ausgewählte Beispiele nennen.

Bewertung

Mit Flex liegt die ausgereifteste RIA-Technologie vor. Das Toolset sucht ist konkurrenzlos und auf sehr hohem Niveau. Das benötigte Flash Plugin in Version 9 ist mittlerweile auf 95% aller Rechner installiert und kann somit nahezu vorausgesetzt werden. Das Komponentenmodell und die Vielzahl an hochwertigen Komponenten erleichtert die Entwicklung von interaktiven Anwendungen. Diverse Frameworks unterstützen die Flex-Entwicklung und unterstreichen den Rückhalt der Technologie in der Community. Der Entwicklungsprozess orientiert sich an der Enterprise-Entwicklung, vorhandene (Java-)Entwickler sollten leicht auf Flex umsteigen können. Und die Fähigkeit von Flex, sich nahezu mit jedem Backend verbinden zu können zeichnet es ebenso aus, wie die zusätzliche Verfügbarkeit von hochperformanten speziellen Anbindungen an bestimmte Backends.

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