Kurzvorstellung
Adobe Flash (vormals Macromedia), beziehungsweise das zugrunde liegende Dateiformat SWF, ist die am weitesten verbreitete Technologie für Rich Internet Applications. Mit Flash sind überzeugende Animationen und Interaktionen aller Art möglich. Durch das verwendete Vektorformat für Zeichnungen ist es Standard für vektorbasierte Grafiken im Web geworden und hat sich gegen standardisierte Mitbewerber wie SVG durchgesetzt.
Flash hat eine lange Geschichte und hat seine Ursprünge bei animierten Vektorgrafiken. Im Laufe der Zeit sind immer mehr Fähigkeiten hinzugekommen, eine komplexe Programmiersprache (ActionScript), eine Vielzahl von Möglichkeiten, um mit Server-Backends zu kommunizieren und herausragende Video- und Audiofähigkeiten. Auch wenn sich Flash weniger zur Anwendungsentwicklung eignet, sind damit überzeugende RIAs möglich.
Vor- und Nachteile
Flash teilt mit Flex das Dateiformat und hat mit ihm viele Vorteile gemein:
- Weitgehende Ubiquität des Plugin
- Exzellente grafische Fähigkeiten und eine Vielfalt an Animationen
- Hervorragende Multimediafähigkeiten (Video, Audio etc.)
- Unzählige Bücher, Tutorials, How-tos und Beispieldateien
- Verfügbarkeit einer Vielzahl von Anbindungen zu Backends
An Nachteilen sind zu nennen:
- an ein Plugin zur Laufzeit gebunden ist
- kein ausgereiftes und erweiterbares Komponentenmodell
- eingeschränkte Unterstützung für Anwendungsentwicklung
- das Flashformat besitzt in manchen Kreisen nicht den besten Ruf
- die Flash-IDE ist nicht optimiert für Entwickler-Workflows
Toolsupport
Das Haupttool für Flash ist Flash (gemeint ist die Flash-IDE) selbst. Mit diesem Tool sind unzählige Flashdateien entstanden und sie ist der Standard für interaktive, animierte User-Experiences. Neben Flash, welches in der Version CS 3 aktuell ist, gibt es eine Reihe weitere Editoren, die die Unzulänglichkeiten der Flash-IDE kompensieren wollen. Zu nennen wären das
Eclipse Plugin FDT und die freie IDE
Flashdevelop, sowie viele weitere Editoren, die ActionScript unterstützen.
Der grafische Workflow von Flash mit der Creative Suite ist sehr gut gelungen, und eine Integration in eine Umgebung, die sich an Flex orientiert ist ebenso möglich. Für Flash stehen eine Vielzahl von weiteren Tools wie Compiler und Decompilern, Animationshilfen, alternativen Laufzeitumgebungen etc. zur Verfügung.
Beispiele
Da kann man gar nichts Spezielles nennen, das ganze Web ist voll von mehr oder weniger gelungenem Flash. Herausragende Beispiele findet man auf Seiten von Wettbewerben und Konferenzen, wie etwa
Flashforward oder
FITC.
Bewertung
Der Klassiker der RIA-Technologien ist heute immer noch “Marktführer” – auch wenn er in Gestalt des
Flex-Frameworks eine zeitgemäße Erweiterung gefunden hat. Der Schwerpunkt von Flash liegt nach wie vor in der grafischen Mächtigkeit und den Fähigkeiten bei Animationen und Interaktivität. Die Komponenten, die seit Flash MX mitgeliefert werden, reichen bei weitem nicht an das Komponentenmodell von Flex heran und können nur für kleinere Anwendungen hilfreich sein. Neben der Rolle als führendem Animationstools für das Internet kommt für Flash durch Flex eine neue Rolle dazu: Als Produzent von grafischen und interaktiven Assets für komplexe Anwendungen auf Basis von Adobe Flex.
Durch Technologien wie
Adobe AIR oder andere sog. Projektoren wie
Zinc laufen Flash-Anwendungen auch außerhalb des Browser als native Desktop-Anwendung unter Windows, Mac OS X und Linux.
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