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Eine Konferenz zum Thema Design und Code

Dieses Jahr gibt es wieder eine Veranstaltung zum Thema Code und Design in München. Das Ganze startet am 23. Oktober in München unter www.decoded-conference.com.

Die decoded conference steht für eine Verbindung von Design und Code. Sie verknüpft gestalterische und technologische Aspekte des digitalen Lebens und führt diese in einem Event zusammen. Sprecher aus den Bereichen generative Gestaltung, Informationsvisualisierung, Gaming, interaktive Installationen bis hin zu Physical Computing geben tiefe Einblicke in ihre Arbeiten und deren Entstehungsgeschichten. Die decoded conference findet am 23.Oktober in München statt. Mehr Infos unter www.decoded-conference.de.

Demo-Anwendung zu Flex 4 und zu Adobe Air 2

Das Web ist voll von neuen, aufregenden Beispielen, was mit HTML5 und Javascript möglich ist. Für eine Demonstration der aktuellen Adobe-Technologien für Rich Internet Applications muss man etwas länger suchen – oder man man installiert sich die Tour de Flex 2.

Die Tour de Flex ist eine Desktop Anwendung auf Adobe Air 2 Basis, die mit etwa 500 Beispielen zu Flex, Air und Bibliotheken von Drittanbietern und nachhaltig demonstriert, was mit diesen Technologien möglich ist. Dabei wird besonders auf Beispiele für die neuen Versionen Flex 4 und Air 2 wert gelegt.

Das Besondere an der Tour de Flex ist, dass jedes Beispiel mit dem Quellcode angezeigt wird. Zum einen sieht man so sehr schnell, wie wenig Aufwand man treiben muss, um zu ansprechenden Ergebnissen zu kommen, zum anderen dient es Entwicklern als Anschauungsmaterial für eigene Applikationen.

Besonders eindrücklich finde ich neben den vielen kleineren Goodies die Abteilungen “Data Visualization” und die Beispiele einiger Entwickler / Projekte in “Other Components”.

Für die Installation der Tour de Flex bedarf es der Air 2 Runtime. Beides lässt sich mit der Installer Badge erledigen, die lediglich den Flash Player voraussetzt und auf dieser Seite rechts unten zu finden ist.

Adobes RIA Technologie der neuesten Generation

Jetzt – nachdem die ersten Updates und Fixes erschienen sind, wird es Zeit, sich einmal den neuesten Technologie- und Tool-Stack für Rich Internet Applications von Adobe anzusehen. Zunächst einmal ist die Masse an Produkten und Runtimes beeindruckend – im einzelnen wären zu nennen:

  • Flex SDK 4.1
  • Flash Player 10.1
  • Air 2.0
  • Flash Professional CS 5
  • Flash Builder 4.01
  • Flash Catalyst CS 5
  • Die üblichen Verdächtigen zur Erstellung von grafischen Assets und Entwürfen in der neuesten Iteration CS 5 wie Photoshop, Illustrator, Fireworks etc.

Als Grundlage für alle RIAs bei Adobe gilt der Flash Player, der in seiner neuesten Version Performancegewinne, erweiterte Unterstützung für 3D und massenhaft Features für mobile Endgeräte hinzugewonnen hat. Air 2.0 setzt auf den aktuellen Flashplayer auf und ermöglicht es, Anwendungen zu schreiben, die noch enger mit dem Betriebssystem verbunden sind als zuvor durch eine bessere Integration in das Wirtssystem.

Flex 4 bringt ein völlig neues Komponentenmodell ins Spiel und ungeahnte Möglichkeiten der (deklarativen) Gestaltung von Komponenten – es handelt sich wirklich um ein Major-Release.

Flash Professional erleichtert neben vielen anderen Neuigkeiten das Erstellen von komplexen Animationen. Flash Builder unterstützt jetzt Flex 4 und Air 2 und bietet einigen Komfort an Codegenerierung. Flash Catalyst als Anwendung mit einer hybriden Ausrichtung erlaubt es anhand von Photoshop- oder Illustratordateien interaktive Flexanwendungen zuerstellen. Auf der einen Seite bekommen so klassische Designer die Möglichkeit, sich an Interaktionen heran zu arbeiten auf der anderen Seite, kann der Quelltext der so erzeugten Anwendung exportiert und beispielsweise von Entwicklern dann im Flash Builder weiterbearbeitet werden. Schneller kommt man nicht von gestalteten Wire-Frame zum interaktiven Prototypen.

Die kreativen Tools haben alle die üblichen Featureneuerungen und Erweiterungen erfahren, wie man sie von Software in dem Preissegment erwartet. Sie fallen jedoch aus dieser Betrachtung heraus, da sie aus der Perspektive der RIA-Entwicklung lediglich Tools zur Erstellung von Entwürfen und zum Zuliefern grafischer Assets sind.

Die Bewertung der RIA-Tools und Technologien hat unterschiedlich zu erfolgen. Air 2, Flash CS 5, Flash Builder und auch der Flash Player sind als sinnvolle Weiterentwicklung zu sehen. Nichts wirklich Innovatives, einfach Pflege und Evolution des Bestands.

Flex 4 bringt mit dem neuen Komponentenmodell und dem damit verbunden weitgehenden Rewrite des Frameworks einiges an Innovation mit. RIAs werden in Zukunft einen noch bleibenderen Eindruck bei den Benutzern machen, weil den Entwicklern neue Gestaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten an die Hand gegeben werden.

Das neue Produkt Flash Catalyst ist nicht nur eine Neuerung sondern eine echte Innovation. Es kann ein Schlüsselprodukt zwischen Kreation und Entwicklung werden, weil zum einen die Kreation quasi visuell einfache “Programmierungen” vornimmt und zum anderen die Entwicklung lauffähigen Code und optimierte Assets von der Kreation erhält. Wenn sich Catalyst durchsetzt kann es die Entwicklung on RIAs deutlich beschleunigen und sogar helfen, die weit verbreiteten Grabenkämpfe zu überwinden.

Insgesamt ist die neue Generation ein sehr brauchbares Set für die Entwicklung anspruchsvoller RIAs. Die Aufnahme von Flash Catalyst durch die User wird spannend. Flex 4 macht den nächsten wichtigen Schritt, um weiterhin an der Spitze des RIA-Wettbewerbs stehen zu können. Der Rest ist Evolution statt Revolution, wenn auch nicht immer wirklich in großen Schritten. So wünscht man sich für den Flash Builder einfach mehr Unterstützung für die Entwicklung/Quellcode Bearbeitung – da sind unabhängige Lösungen wie FDT von den Powerflashern viel weiter.

HTML 5 vs Flash

Nicht zuletzt befeuert durch die kolportierten Äußerungen von Steve Jobs zu Flash und HTML 5 wird es einmal Zeit, sich des Themas unvoreingenommen zu widmen. Wir nutzen zwar Adobe Flash Technologie in Form von Flex, kleben aber nicht in dem Sinne an einer Technologie wenn es bessere Alternativen dazu gäbe.

Eines der Hauptargumente, das die Ablösung von Flash durch HTML 5 untermauern soll, ist der Einsatz von Video auf Webseiten. Flash hat Webvideo erst salonfähig und massenkompatibel gemacht, weil es kein zusätzliches Plug-in benötigte außer dem, was zumeist ohnehin schon vorhanden war. Von Version zu Version wurde die Qualität und die Performance der Videos besser. Mittlerweile lassen sich Videos in HD ansehen und bald auch in Ansätzen Hardware beschleunigt.

HTML 5 erlaubt nun auch das Abspielen von Videos ohne Plug-in, aber nicht in allen Browsern, sondern nur etwa in Safari oder Google Chrome – bei YouTube etwa kann man die Default-Anzeige umstellen. Die anderen mögen nachziehen, jedoch sieht man daran ein Problem bei HTML 5 und seinen Komplementär-Technologien: Es ist vor allem erst einmal ein Standard. Ein Standard, der nicht dazu verpflichtet von allen Browserherstellern gleich schnell implementiert zu werden. Es kann noch nicht einmal die Garantie gegeben werden, dass der Standard jemals in allen Browsers überhaupt umgesetzt wird – man erinnere sich beispielsweise an die Alleingänge von Microsoft in früheren Versionen des Internet Explorers.

Schaut man sich die großen Player im Web-Videogeschäft einmal, ist man über die reine Darstellung von Videoinhalten zumeist schon hinaus. Auf YouTube etwa werden in die Videos hinein Flashelemente gerendert, die entweder Zusatzinformationen, Werbung oder bei Musiktiteln Links zum direkten Kauf des Tracks einblenden. Diese Overlays in Webvideos stehen erst am Anfang ihrer Möglichkeiten. Reines Videoplayback wird zwar noch wichtig sein, aber durch neue, interaktive Formate ergänzt werden. Hier müssen HTML 5 und auch vermutlich auch HTML 6 passen und falls es doch einmal gehen sollte, wird es sicherlich etliche Jahre dauern, bis es überall zur Verfügung steht – wenn überhaupt.

Wenn es alleine um Video-Playback geht wird man Flash nicht mehr unbedingt benötigen. Aber Flash war nie nur ein Videoplayer sondern immer schon viel mehr, wird aber auch in diesem Feld seinen Platz weiterhin behaupten können.

Ein weiteres Thema in Sachen kommende Webstandards und Flash ist die Frage nach 3D im Browser. Flash kann schon seit langem 3D darstellen, es gibt verschiedene Engines, die von der Frame Rate her locker als Player für anspruchsvolle 3D Spiele dienen können. Mit den jüngeren Flashplayer-Versionen wird 3D auch immer intensiver von der Runtime unterstützt. Flash ist hier schon, wo HTML mit seinen zaghaften Experimenten gerade erst beginnt. 3D CSS ist sicherlich beeindruckend aber es ist momentan nur in experimentellen Versionen des Browserframeworks Webkit möglich, was beispielsweise die Basis für Apples Safari darstellt.

Auch bei 3D stellt sich die Problematik, dass der Zeitraum bis 3D in (eventuell) allen Browsern verfügbar sein sollte, so groß ist, dass Flash einige Jahre Zeit haben wird, seine Fähigkeiten zu erweitern und zu verbessern.

Es gibt sicherlich noch etliche andere Beispiele, an denen man die Problematik zwischen einem Standard und einer konkreten Runtime diskutieren kann. Das Problem ist immer, dass der Runtime-Hersteller dank der Proprietät der Runtime einfach seinen Standard setzt. Und durch die extrem große Verbreitung der Flash Runtime, sichert sie den technologischen Vorsprung und die Entwicklungsgeschwindigkeit, den sie gegenüber den offenen Standards hat.

Selbst wenn der Flashplayer unter Mac, um Steve Jobs Meinung aufzugreifen, vielleicht nicht ganz so performant wie sein Windows-Pendant ist, so muss man auch überlegen, was die Runtime leistet, wenn sie CPU-Ressourcen verbraucht: HD Video, 3D, Spiele, Rich Internet Applications etc. Ein leerer Flashfilm oder eine leere Flexanwendung verbraucht kaum CPU-Zyklen. Der Verbrauch an Prozessorpower  liegt zum einen daran, was die Runtime abzuarbeiten hat und zum anderen wie es der Entwickler programmiert hat.

Die Entwicklungen, die HTML 5, 3D CSS und die anderen, neuen Frontend-Technologien vollziehen ist sicherlich bemerkenswert und für Frontend-Entwickler eine nette Spielwiese. Aufgrund einiger zaghafter Anfänge aber bereits das Ende der Flash Technologie Plattform einzuläuten ist mindestens fünf Jahre verfrüht und im gegenwärtigen Stadium auch nicht sachlich. Und letztlich ist es das alte Katz und Maus Spiel: Flash prescht voran und wenn die Webstandards nachziehen, hat Flash wieder einen so gewaltigen Vorsprung und so weiter und so fort…

Neue Studienarbeit zur RIA Akzeptanz

Wir hatten vor geraumer Zeit einmal einen Aufruf auf dem RIABlog, in dem es darum ging, bei einer Umfrage mitzumachen, deren Ergebnisse dann in einer Studienabschlussarbeit ausgewertet werden sollten. Die Arbeit liegt nun vor und erlaubt einen interessanten Einblick in die Akzeptanz, Verbreitung und Adaption von RIA-Technologien und deren Terminologie.

Der Autor Christopher Marquardt vertritt in seiner Arbeit mit dem Titel “Bekanntheitsgrad, Installationsverbreitung und aktive Nutzung von RIA-Technologien durch Internetnutzer unter Berücksichtigung sozio-demografischer Merkmale” die These, dass die “Bekanntheit und Verbreitung von RIA-Technologien [...] derzeit so ausgewogen [ist], dass keine RIA-Technologie gegenüber einer anderen einen Vorsprung hat”.

Zu den Ergbnissen der Auswertung von 217 Fragebögen zählt unter anderem:

  • Die einzelnen Technologien liegen in der Bekanntheit recht eng beieinander, wobei der Begriff RIA recht unbekannt ist (50%).
  • Auch die einzelnen Technologien sind relativ unbekannt, mit Ausnahme des Flash-Players.
  • Der Flash Player liegt von den Installationen her vorne und bringt so auch eine gute Ausgangsbasis für Air aus dem gleichen Hause mit.
  • Air hat die besten Wandlungsraten vom Kenner zum Nutzer einer Technik gerade vor dem Vergleich mit Silverlight und JavaFX.
  • Generell bleibt diese Wandlung vom Kenner einer Technologie zu deren Nutzer bei Werten um die 50%. Sprich, von den Leuten, die eine Technologie kennen, wird sich nur die Hälfte diese auch installieren.

Wer Kontakt zum dem Autor dieser Studie aufnehmen möchte kann dies über die Kommentare oder direkt über uns tun: hallo@codedculture.com.