Kurzvorstellung
Bei Ajax handelt es sich in den Augen vieler um eine RIA-Technologie. Ajax läuft auf allen aktuellen Browsern mit angeschaltetem Java-Script und kommt ohne Plugin aus. Ursprünglich meinte Ajax nur “Asynchronous JavaScript and XML” und beschreibt ein Verfahren, mit dem man Daten oder Elemente einer Webseite aktualisieren kann, ohne die Seite komplett neu zu laden.
Mittlerweile hat sich Ajax aber als Begriff für ein viel weiteres Spektrum an Funktionalitäten etabliert. Das, was sich vor ein paar Jahren DHTML (Dynamisches HTML) nannte ist ebenso Bestandteil des Ajax-Phänomens geworden wie alternative Datenaustauschformate zu XML (etwa die “Java-Script Object Notation” Json). Ajax besteht aus einem Patchwork an Technologien: Java-Script, XML, XHTML, CSS und einer Backendtechnologie, die die benötigten Daten von den Servern liefert.
Um die recht mühsame Ajax-Programmierung zu erleichtern haben sich etliche sehr gute Libraries gebildet, die von reiner Bereitstellung von Funktionalitäten hin zu Animationen etc. ein breites Spektrum abdecken. Ein paar gelungene Beispiele dieser Bibliotheken sind ExtJS, JQuery, Scriptaculous und Dojo-Toolkit.
Was die Entwicklung erschwert ist das Problem, dass sich Ajax-Anwendungen auf vielen Browsern unterschiedlich verhalten und so ein vergleichsweise höherer Entwicklungs- und Testaufwand zu berücksichtigen ist.
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Ein Beispiel einer RIA aus dem Immobilienbereich ist der Eigenheim-Konfigurator der Kanadischen Mattamy Homes. Die in Flex entwickelte Anwendung ist nur einfach gestaltet dafür aber gut nutzbar und übersichtlich.
Der interaktive Ebenenplaner (Interactive Floor Planner) ermöglicht die Suche nach neuen Hausmodellen, je nach Anforderungen, Ort und Budget. Hat man einmal sein Wunschtyp gefunden, können die Pläne und Stockwerke angeschaut werden und es ist möglich Optionen zu seinem Wunschhaus hinzu zu wählen. Momentan scheint es nur Angebot im Raum Ottawa zu geben.
Die intuitive Anwendung selber findet sich hier.
Einen ganz klassischen Videoplayer findet man auf den Videoseiten der schweizer Tageszeitung Blick.
Sind die meisten Mediaplayer in Flash erstellt, ist dieser in Flex entwickelt worden.
Er bietet einen komfortablen Player, den direkten Zugang ins Videoarchiv mit Rubriken und ein Votingfeature, um die Videos zu bewerten. Auch das individuelle Erstellen und Abspielen von Playlisten ist mit dem Player möglich.
Es muss nicht die große RIA oder Enterprise-Anwendung sein, wenn Flex zum Einsatz kommt, auch im klassischen Bereich der Flash-Anwendungen kann Flex durch sein optimiertes Entwicklungsmodell sinnvoll Einsatz finden.
Eine wunderschön gestaltete Anwendung der Air New Zealand erlaubt eine visuelle Orientierung, wie weit man mit welchem Budget fliegen kann.
Die Idee ist simpel aber die Umsetzung nutzt alle Vorteile einer RIA. Nach Eingabe eines Startpunktes kann man mit einem Schieberegler sein Budget einstellen.
Auf der eingeblendeten Karte werden die weitest möglichen Flugverbindungen angezeigt, wobei die Karte je nach Entfernung automatisch ein- und auszoomt. Ein Klick auf die Linie, die die Flugverbindung symbolisiert und man erhält Detailinformationen. Ein weiterer Klick und man landet im Online Buchungscenter. Über Zoomfunktionen kann man die Karte leicht justieren.
Eine einfache aber alle Vorteile einer RIA nutzende Idee, Besucher bei der Reisezielauswahl zu helfen und somit mehr Kunden zu gewinnen.
Einer der Vorteile von Internet-Anwendungen ist zweifellos, dass man immer mit seinen aktuellen Daten arbeiten kann, egal von wo aus man sich anmeldet. Der Nachteil ist derjenige, dass man permanent online sein muss, um die Anwendung zu nutzen. Das ist aber nicht immer möglich, sei es dass man im Flugzeug sitzt oder dass man einfach mal keinen Onlinezugang zur Verfügung hat.
In diese Lücke springen Client-Anwendungen, die es ermöglichen Onlineanwendungen auch offline zu nutzen. Google Gears ermöglicht es als Mozilla Firefox Plugin AJAX-Anwendungen auch ohne online Verbindung weiter zu benutzen.
Einen browserunabhängigen Ansatz stellt Adobe AIR (Adobe Integrated Runtime, vormals Apollo) dar, welches eine Client-Anwendung zur Verfügung stellt, indem on- und offline AJAX- aber auch Flash- und Flexanwendungen genutzt werden können. AIR steht bald für alle großen Betriebssysteme (Windows, OS X und Linux) zur Verfügung und erlaubt die schnelle Entwicklung von komfortablen Anwendungen, die wie eine Browseranwendung genutzt werden können, aber auch wie eine klassische Desktopanwendung.
Die Entwicklung für solche offline nutzbare Internetanwendungen steht erst ganz am Anfang und es kann durchaus ein neuer Typus nutzerfreundlicher Anwendungen daraus hervorgehen.