Archiv für Dezember, 2007

RIA-Technologie: JavaFX Script

Kurzvorstellung

JavaFX Script ist Sun Microsystems Beitrag im Wettbewerb um die beste RIA-Technologie.

JavaFX Script ist eine neu entwickelte Scriptsprache, die auf der Java Virtual Machine (JVM) läuft.

Der Hauptvorteil von JavaFX Script ist, dass es die Verwendung von fortgeschrittenem Swing deutlich vereinfacht, in dem es es eine deklarative Sprache verwendet, um User-Interface-Objekte und Animationen etc. zu erzeugen.

RIAs auf JavaFX Script benötigen ein Java Plugin (in Version 6+) denn letztlich handelt es sich bei dieser Art von RIAs um fortgeschrittene Applets, wenn die Anwendung im Browser läuft. RIAs auf JavaFX Script lassen sich aber auch als Desktop-Anwendung installieren und nutzen, etwa über Java-Webstart. Durch die Einbindung beliebiger Java-Bibliotheken lassen sich eine Vielzahl von Backend-Technologien nutzen. Weiterlesen von ‘RIA-Technologie: JavaFX Script’

Harley-Davidson Customizer

Schon fast ein Klassiker unter Flex-Anwendungen ist der Harley-Davidson Customizer.

Mit dieser RIA kann der Anwender sein Traum-Motorrad konfigurieren. Von den Typen, über die Farben und die Accessoires bis hin zur Finanzierung stehen alle möglichen Optionen zur Verfügung.

Die Informationen sind gut aufbereitet und die einzelnen Komponenten gut ansteuerbar. Das immer eingeblendete Bild der Wunsch-Maschine zeigt alle gewählten Ausstattungsmerkmale an. Alternativ steht eine Listenansicht zur Verfügung.

Der Harley-Davidson Customizer macht Spaß in der Benutzung, ist gut bedienbar und verleitet zu einer langen Verweildauer, eine rundum gelungene Rich Internet Application.

Was ist eigentlich die “User Experience”?

Beschäftigt man sich mit Rich Internet Applications (RIA) stößt man fast unweigerlich auf den Begriff der User Experience. Will man User Experience übersetzen gerät man leicht ins Trudeln, denn der eingängige englische Begriff, entzieht sich einer ebenso griffigen Übersetzung.

Dennoch ist der Begriff zentral für den Zuspruch zu RIAs, denn er markiert die Differenz zu klassischen Webanwendungen, die unter anderem dem Click-Reload-Schema folgen. Anwendungen sollen nicht nur eine Funktion bereitstellen, vielmehr geht es darum, die Nutzung der Funktionen als positives Erlebnis zu implementieren.

Statt auf die Anwendung zu warten, kann direkt mit ihr interagiert werden. Denn nur wer schnell und leicht zum Ziel kommt, wird die Anwendungen wiederholt und gerne einsetzen. RIA-Technologien wie etwa Adobe Flex bieten eine fast unbegrenztes Gestaltungspotential für Anwendungsoberflächen.

Es gilt Neues zu wagen ohne dabei die Gewohnheiten und das Verhalten der Anwender zu irritieren. Es gilt den Komfort einer herkömmlichen Anwendung mit den Vorteilen der Internetnutzung zu verbinden. Rich Internet Applications sind das Beste aus beiden Welten.

RIAs und die Rolle der Tools

Die Vielfalt an den verschiedenen RIA Technologien ist erfreulich jedoch werden sich sicherlich nicht alle auf breiter Front durchsetzen können. Ein Aspekt, der beim Einsatz einer Technologie gerne übersehen wird ist, inwiefern Tools vorhanden sind, die dem Entwickler es erleichtern, produktiv zu sein.

Was nützen die schönsten Technologien, wenn die Entwickler mit vorsintflutlichen Tools entwickeln müssen?

Bei der Entwicklung komplexer Anwendungen ist eine IDE (Integrated Development Environment) ein Muss bei der produktiven Arbeit. Schaut man auf die RIA Technologien fällt auf, dass es mit dem Flex Builder (und annähernd Flash CS 3) für Adobe Flex eine gute IDE gibt. Mit Thermo, welches sich gerade in der Entwicklung befinde, entsteht ein weiteres Tool aus dem Hause Adobe, welches gezielt den Workflow von Design zur Programmierung adressiert.

Microsoft‘s Silverlight wird unterstützt durch Visual Studio und die Expression Linie, auch hier ein umfangreiches Toolset, aber alles in noch frühen Versionen.

Für OpenLaszlo gibt es keine dedizierte Entwicklungsumgebung, frühe Versuche wurden schon lange eingestellt. Für JavaFX sind neben dem bereits rudimentären vorhandenen Support durch Eclipse und Netbeans IDE angekündigt, aber von einem richtigen Toolset kann keine Rede sein. Und für AJAX schließlich gibt es gewisse Tools, wie Aptana, aber schon durch das Entwicklungsmodell sind hier enge Grenzen gesetzt, was den Tool-Support angeht.

Der Wettbewerb um die beste Technologie wird auch durch die Verfügbarkeit von entsprechenden Tools entschieden. Denn nur mit dem richtigen Werkzeugen, kann man produktiv und schnell RIAs entwickeln.

Adobe öffnet die Live Cycle / Flex Data Services

Adobe hat heute erklärt, Teile seiner Live Cycle (vormals Flex) Data Services als Open Source zu veröffentlichen. Das neue Produkt erhält den Namen BlazeDS.

Momentan existiert nur eine Betaversion, die finale Version soll Anfang 2008 erscheinen.

BlazeDS wird bei Flex-Remoting benötigt, also wenn eine Flexanwendung auf ein Java Backend zugreift. BlazeDS vereinfachen die Zugriffe auf entfernte Javaklassen drastisch. Im weitern wird bei BlazeDS das Adobe Format AMF verwendet, was eine bis zu zehn mal schnellere Datenübertragung ermöglicht als XML oder SOAP. AMF wird in diesem Zusammenhang auch offiziell dokumentiert. Alternative Lösungen wie AMFPHP oder SabreAMF setzten bisher auf Reverse Engineering und werden von der Öffnung sicherlich profitieren.

Adobe macht aber nur den oben beschriebenen Teil der Flex Data Services / Live Cycle Data Services zu Open Source, andere Bestandteile (Real Time Messaging, PDF Generation etc.) bleiben weiterhin der kommerziellen Version vorbehalten.

Es ist davon auszugehen, dass durch diese Schritte die Verwendung des sehr performanten AMF Formats steigen wird und damit mehr RIAs auf Flexbasis deutlich datenintensiver und performanter werden. Auch können native Java-Backends nun für größere Installationen verwendet werden, ohne gleich in die “Kostenfalle” der Live Cycle Data Services zu laufen.